Solitaire – Alice Oseman




Sprache: Deutsch
Preis: 16,95 €
Seiten: 368
Verlag: dtv Verlag







Klappentext:
Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.

Zum Autor:
Alice Oseman schrieb ›Solitaire‹, als sie siebzehn und noch Schülerin war. Für ihren ersten Roman hat sie sich intensiv mit dem Leben "leidenschaftlich pessimistischer" Teenager, die die ganze Zeit im Internet surfen, beschäftigt, indem sie selbst ein leidenschaftlich pessimistischer Teenager war, der die ganze Zeit im Internet surfte. Inzwischen studiert sie Englische Literatur an der renommierten Durham University und verbringt weiterhin viel Zeit auf Twitter und bei Tumblr. Dort findet man sie unter www.chronic-pessimist.tumblr.com oder bei Twitter unter @AliceOseman.

Meinung:
Solitaire – fesselnde, ungewöhnliche Idee, schwierige Protagonistin!
Zuerst auf das Buch aufmerksam gemacht, hat mich das interessante Cover. Zudem hat sich der Klappentext ziemlich gut angehört, sodass ich das Buch gerne lesen wollte.
Die Idee des Buches hat mich ziemlich gefesselt, ich habe mich ganze Zeit gefragt, wie wohl die Leute auf meiner Schule auf so etwas reagiert hätten. Denn im Buch taucht auf einmal eine anonyme Gruppe auf, die sich selbst Solitaire nennt und ziemlich dramatisch ist. Anfangs sind die Aktionen noch eher harmlos und lustig, aber nach und nach wird das Ganze immer ernster. Anfangs ist Tori noch recht desinteressiert, aber ihr selbsternannter Freund Michael Holden dafür umso faszinierter von dem Ganzen. Doch auch Tori fragt sich irgendwann, was wirklich dahinter steckt. Ich frag mich, wie die Autorin auf vieler dieser interessanten Ideen gekommen ist, vielleicht hat sie sich ja selber vorgestellt, wie so etwas an ihrer Schule passiert.
Das Buch war eigentlich durchgehend spannend, wie gesagt, waren die Aktionen von Solitaire anfangs noch nicht so actionreich, aber doch schon aufregend. Zudem hat Michael Holden viel Aufregung in das Buch gebracht, er hat Tori echt auf Trapp gehalten und  viel unternommen.
Generell war Michael Holden so mein klarer Favorit in der Geschichte, man hat nicht selten so einen komplexen, seltsamen und faszinierenden Charakter in einem Buch. Auf der einen Seite wirkt er total fröhlich und verrückt, aber nach und nach merkt man, dass er auch anders kann. Anfangs habe ich auch wie Tori gedacht, als er sie im Computerraum so überschwänglich begrüßt hat, dass er ein Spinner ist. Aber irgendwie ist er ein liebenswerter Spinner, der viele ernsten Seiten hat und wenn er will, sich auch völlig normal verhalten kann. Ihn muss man auf jeden Fall erlebt haben.
Leider muss ich sagen, dass ich mit Tori nicht wirklich warm geworden bin. Es war zwar wichtig und passend für die STori, dass sie sich genauso verhält, aber gefallen hat es mir nicht. Sie betont ständig, dass ihr alles egal ist und wirkt sehr emotionslos. Selbst wenn sie etwas witzig findet, kommt das kaum rüber. Durch ihre Handlungen und Gedanken merkt man zwar, dass sie ihren Bruder Charlie liebt, aber da ihr selber das gar nicht so bewusst ist, kommt das irgendwie nicht wirklich gefühlvoll rüber. Sie stößt ständig alle weg, die ihr irgendwie gut tun könnten. Eigentlich hat sie gar nichts dagegen, mit Michael Holden befreundet zu sein, aber trotzdem gibt sie es ihm gegenüber überhaupt nicht zu. Ständig betont sie, wie dämlich eigentlich alle Menschen sind, regt sich aber trotzdem immer über sie auf. Also ist ihr eigentlich nicht alles egal. Man wurde irgendwie nicht so ganz klar darüber, warum sie so ist, war sie schon immer so, ist sie depressiv, oder einfach nur gelangweilt. Irgendwie kann man sie gar nicht definieren.
Teilweise fand ich ihre Gedankengänge sogar extrem interessant, aber ihre Art hat mir nicht gerade geholfen, Sympathie für sie aufzubauen. Trotzdem konnte ich mich ab und zu mit ihr identifizieren, auch wenn ich viele ihrer Handlungen nicht verstehen konnte. Etwas Positives an ihr, war allerdings, dass sie zum Beispiel überhaupt kein Problem damit hat, dass ihr Bruder schwul ist. Ehrlich gesagt, macht sie sich überhaupt keine Gedanken darüber, für sie ist das völlig normal. Und sie unterstützt ihren Bruder wirklich stark, denn dieser ist zwar ein unglaublicher Mensch, allerdings hat er auch seine Macken, wie sie selber sagt.
Die Charaktere im Buch waren auf jeden Fall vielschichtig, da gab es Toris Freundin Becky, deren Verhalten nie einschätzen konnte und den schüchternen Jugendfreund Lukas.
Der Schreibstil von Alice Oseman hat mir super gefallen, er passte perfekt mit seiner Jungendlichkeit, aber auch Ernsthaftigkeit zu der Geschichte.

Fazit:
 Insgesamt ist das Buch wirklich empfehlenswert, die Geschichte ist richtig klasse und die Idee sehr fesselnd. Das kann man auch daran erkennen, dass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Nur mit Tori bin ich einfach nicht so ganz warm geworden, aber wer weiß, vielleicht war das ja auch gar nicht so beabsichtigt von der Autorin.
Daher gibt es von mir 4,5 Sterne!

1 Kommentar:

  1. Ich habe vor kurzem die Leseprobe zu dem Buch entdeckt und es hat mich sofort fasziniert. Auch die Protagonistin, gerade weil diese depressiv ist, ohne richtig dunkle zu denken, sondern dennoch einen trockenen Humor hat. Soweit ich das ich das der Leseprobe entnehmen konnte. ;) Allerdings ist dieser Aspekt wohl sehr stark Ansichtssache, da dir der Rest aber sehr gut gefallen hat, werde ich das Buch mal im Auge behalten. ^^

    Liebe Grüße :)

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