Mein Herz und andere schwarze Löcher - Jasmine Warga




Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (23. April 2015)
Preis: 16,99 €










Klappentext:

»Ich küsse ihn. Wir küssen uns! Ich versuche, mich nicht zu fragen, ob das nun richtig oder falsch ist. Mein Herz hämmert, und ich hoffe, dass sein Herz genauso wild klopft. Ich weiß, dass die Menschen einander seit tausend Ewigkeiten küssen, aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlt es sich an, als wäre das Küssen ein Geheimnis, das nur Roman und ich kennen.« Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe. Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen – und die Liebe ihres Lebens finden.

Zum Autor:
Jasmine Warga lebt und schreibt in einem kleinen Dorf in Ohio. Sie glaubt daran, dass Ehrlichkeit das Allerwichtigste im Leben ist, und diese Ehrlichkeit kann jeder in ihren Texten spüren. Mit ›Mein Herz und andere schwarze Löcher‹ hat Jasmine Warga ein Debüt vorgelegt, das wie ein heller Stern am Himmel leuchtet.

Meinung:
Mein Herz und andere schwarze Löcher – unglaublich berührend!
 Da ich schon unglaublich viel von diesem Buch gehört habe, wollte ich es unbedingt auch lesen.
Mich hat vor allem interessiert, wie es sein kann, dass ein Buch mit einem düsteren Titel und einem Klappentext, der das Thema schon benennt, so ein farbenfrohes, munteres Cover haben kann. Wie passt das Streben nach Selbstmord und so etwas zusammen?
Alles beginnt mit Aysel, die, wie man bald herausfindet, sich umbringen will und dafür noch einen Partner sucht. Im ersten Moment nimmt man das hin, aber wenn man darüber nachdenkt, ist es doch schon recht gruselig, aber trotzdem irgendwie logisch. Schon bald trifft sie Roman und sie planen, sich zusammen umzubringen. Nach und nach kommen viele makabre Sachen auf einen zu, die aber irgendwie zu dem Buch und Thema passen. Ich fand an dem Buch besonders spannend, dass es mir eine sehr interessante Sichtweise auf das Thema Selbstmord gab, durch Aysel kann mich sich ein wenig in den Kopf eines selbstmordbereiten Mädchen versetzen. Zudem fand ich es spannend, so ein bisschen den Kontrast zu der „Welt des Selbstmordes“, zum Beispiel durch die Internetplattform speziell dafür, und aber auch dem realen Leben, zum Beispiel durch Aysels Arbeit, zu erfahren.
Außerdem war die Handlung spannend aufgebaut, erst lernt man Aysel kennen, dann trifft sie sich mit Roman, sie planen, treffen sich aber nebenher auch so und leben ihr Leben weiter, obwohl sie es eigentlich nicht mehr müssten. Man könnte das Buch ein bisschen in zwei Teile aufteilen, im zweiten ändert sich Aysels Sicht der Dinge, doch sie merkt das nicht sofort und es ist auch keine krasse Änderung, sie nimmt nur ein paar Dinge anders wahr. Zwischendurch fand ich es auch interessant zu sehen, wie andere Aysel sehen, zum Beispiel Roman oder ihre Schwester.
Die Beiden, Aysel und Roman, waren unglaublich spannende Charaktere, sie verbindet der Punkt Selbstmord, aber sie haben doch viele Unterschiede, die aber zueinander passen. Und gerade, weil sie eigentlich so ein tolles Pärchen waren, macht es das Ganze nur noch trauriger. Anfangs ist Aysel ein bisschen abweisend zu Roman, weil sie nicht weiß, wie sie sich verhalten soll, aber nach und nach verfasst sie Vertrauen zu ihm. Roman wirkt eigentlich erst wie ein normaler Typ, der sogar recht beliebt ist. Deswegen fand ich es bei Beiden auch sehr interessant, nach und nach zu erfahren, was ihre Gründe für einen Selbstmord sind und  die Autorin schafft es, diese wirklich nachvollziehbar zu machen.
Aysel ist eigentlich doch ein starkes Mädchen, wie selbst sagt: Viele denken, Selbstmord wäre ein einfacher Weg, doch das ist er nicht. Es steckt zumindest bei Aysel viel dahinter und auch am Ende beweist sie ihre Stärke.
Die Atmosphäre im Buch war sehr traurig, aber auf der anderen Seite auch hoffnungsvoll und mit kurzen Glückmomenten (das passt zum Cover) gespickt. Die Autorin hat das mit ihrem tollen Schreibstil unterstrichen.


Fazit:
 Das Buch ist unglaublich traurig, vor allem am Anfang, es macht einen richtig nachdenklich und das Thema lässt einen einfach nicht mehr los. Trotzdem klingt so ein hoffnungsvoller, glücklicher Schimmer mit, der zeigt, dass das Leben nicht immer nur scheiße ist. Das Buch ist so schön, dass man es am liebsten an seine Brust drückt und nie wieder loslassen will!
Von mir gibt es hoffnungsvolle 5 Sterne!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen